Samstag, 26. September 2015

Hochzeit und Hochzeits-Zeitung

Hallo,

inzwischen sind Andi und ich drei Jahre verheiratet, und ich habe einiges an Selbstvertrauen dazu gewonnen. Da in meinem Freundeskreis zur Zeit viel über Hochzeiten geredet wird, wollte ich ein paar Gedanken und die wertvollsten Inhalte unserer Hochzeits-Zeitung mit euch teilen.


Wer mich kennt, weiß, dass ich Pseudo-Getue gar nicht mag, mit dem man Authentizität, Wünsche und Bedürfnisse zubetoniert, nur um ja nicht anders zu wirken und es allen "recht" zu machen.
Ich war damals schon der Meinung, dass der Hochzeitstag vor allem Braut und Bräutigam einen guten Start geben sollte; und bin es heute mehr denn je.
Allerdings wusste ich damals nicht, dass ich genauso wertvoll bin wie jeder andere Mensch und hatte auch keinerlei Unterstützung. Mein Mann hat mich zwar mit Excel-Tabellen sehr unterstützt, und ein paar Freunde schenkten uns etwas Geld oder halfen uns beim Aufbau; aber dabei ging es nur um die "gesellschaftlich anerkannte" Form.

Bei unserer Hochzeit haben mich nicht einmal alle Gäste begrüßt. Interessant war dann auch, dass ich genau von diesen Verwandten nicht zu ihren Hochzeiten eingeladen wurde.
Alle drei DJs haben uns eiskalt hängen gelassen (wobei einer sich bei seiner Hochzeit dann so despotisch aufgeführt hat, dass ich mich wirklich beherrschen musste, um nicht zurück auszuteilen).
Dadurch hatten mein Mann und ich nicht einmal Zeit für einen ganzen Tanz miteinander, obwohl er mit den Frauen aus seiner Verwandtschaft getanzt hat, die ohne Mann angereist waren.
Trotzdem hat ein Verwandter meinen Cousin und mich über den halben Saal hinweg angeschrien, weil ich ein Foto nur mit meinem Cousin wollte, und er meinte, dass sich das nicht gehört.
Den Haupt-DJ und den Fotografen hatte ich sowieso nur meinen Eltern zuliebe eingeladen; während 60 Einladungen wegen einem (meinem) Rechenfehler und der kurzen Vorbereitungszeit (2 Monate) unbesehen und ungenutzt im Papierkorb verschwinden mussten.
Die meisten Gäste haben sich seither nicht mehr bei uns gemeldet; oder erwarten, dass wir sie besuchen kommen, auch wenn sie nicht vorhaben uns besuchen zu kommen.
Meine Cousine, hat mir bei ihrer eigenen Hochzeit (die auch sehr strapaziös für sie war) schon gesagt, dass man die Hochzeit NUR für alle anderen feiert. Und auch als sie meine Trauzeugin war, war sie überrascht, dass ich wollte, dass sie sich mal meldet und fragt, wie es mir denn so geht.
Aber sollte der Start in ein gemeinsames Leben wirklich ein Tag sein, den man nur möglichst schnell hinter sich bringen möchte, auf den man sparen muss (und wo das Geld dann wieder andernorts fehlt) nur um anderen zu geben was üblich ist, und von dem man sich einredet (und eingeredet bekommt), dass das Umfeld es erwartet, und dass die anderen enttäuscht und böse auf einen sind, wenn man es ihnen nicht bietet?

Trotz alledem konnte ich ruhig bleiben, weil ich wusste, dass ich Andi heirate. Und ihm ging es genauso. Als die anderen uns fragten, ob wir aufgeregt seien, antworteten wir nur "Nein, ich heirate ja Andi/Dietze. Das ist die Hauptsache."
Und ich habe auch deshalb nachgegeben, und eine eher traditionelle Hochzeit gefeiert, da einige in der Verwandschaft negativ gegenüber Andis und meinem Glauben eingestellt waren.
Mein Vater hat in unserer Versammlung einen wunderschönen Vortrag über die Ehe für uns gehalten, den auch unsere andersgläubigen Verwandten gehört haben. Das ist etwas was mich an diesem Tag freut. Dass diese Menschen gesehen haben, dass wir wirklich praktische Weisheiten für unser Leben bekommen.

Inzwischen haben Andi und ich uns weiterentwickelt, und würden uns selbst ernst nehmen, statt es allen anderen recht machen zu wollen.

Wenn wir einander nochmal heiraten könnten, dann würde ich nur den Vortrag und das schöne Standesamt in den Bergen mit dem netten Standesbeamten so belassen, und ansonsten einfach mit Andi einen schönen Tag an einem schönen Ort verbringen wollen.





Da ich immer gerne Hochzeitszeitungen geschrieben habe, sind hier ein paar Auszüge aus unserer, die ich als wertvoll empfinde:


Wie man das erste Ehejahr „überlebt“

DIE KUNST SICH ABZUSPRECHEN
Verheiratete sollten „ein Fleisch“ sein. (Mat 19:4-6) Keine andere menschliche Bindung hat bei Gott Jehova so einen hohen Stellenwert. Um sie ständig zu festigen braucht es gute Kommunikation.
1. Erkläre, was du dir überlegt hast, mache einen Vorschlag. Stelle den anderen aber nicht vor vollendete Tatsachen. 2. Frage den anderen nach seiner Meinung und gestehe ihm/ ihr einen unterschiedlichen Blickwinkel zu. 3. Gehe, wenn möglich, auf das ein was der andere möchte. 
 
DIE KUNST EINFÜHLSAM ZU SEIN
Man sollte nicht davon ausgehen, dass der/die Partner/in den Umgangston, den man sich angewöhnt hat, gut findet. (Phil 2:3, 4) Wir haben es nicht nötig zu streiten, sondern wir sollten „sanft“ bzw. taktvoll sein. (2. Tim 2:24)
Wenn du dich über deine/n Partner/in ärgerst, überlege dir Gründe wieso er/sie Achtung und Respekt verdient. 
 
DIE KUNST SICH IN SEINE NEUE ROLLE HINEINZUFINDEN
Bei Konfliktpunkten solltest du nicht deine/n Partner/in angreifen, sondern die Sache behandeln. (Esther 7:1-4, 8:3-8) Gib deinem/deiner Partner/in Zeit in seine/ihre Rolle hineinzuwachsen und begegne ihm/ihr liebevoll und mit Respekt, auch wenn er/sie Fehler macht. (Eph 5:33)
Statt dir zu überlegen was dein/e Partner/in alles ändern sollte, wäre es besser, für dich selbst eine solche Liste zu erstellen.

NICHT ZU VIEL ERWARTEN
Denke daran – sich als Ehepaar gut aufeinander einzuspielen und auf Dauer glücklich zu sein ist ein Lernprozess.
Wichtig ist außerdem Sinn für Humor. Allerdings sollte man die Gefühle des anderen ernst nehmen. Man sollte sich bemühen, einander zum besten und engsten Freund zu werden. Außerdem sollte man ihm/ihr jeden Tag zeigen, dass man ihn/sie liebt.
Das Wichtigste ist jedoch, dass man sich stets von Jehovas Wort den Weg zeigen lässt.

gestützt auf: Wachtturm
 1. August 2010




Wie man eine Ehe glücklich gestalten kann
Die Ehe heilighalten und die biblischen Grundsätze für die Ehe beachten:

Freundlich und respektvoll miteinander umgehen
„Alles, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun…“
(Mat 7:12, Eph 4:31, Spr 12:18)

Offen, ehrlich und rücksichtsvoll miteinander reden sowie einfühlsam zuhören
Jeder Mensch soll schnell sein zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.“ (Jak 1:19, Röm 12:15, Spr 15:22, 20:5, 25:11)

Mit positiven Äußerungen nicht sparen
Und der Frieden des Christus herrsche in eurem Herzen, denn dazu seid ihr tatsächlich in einem Leib berufen worden. Und erweist euch als dankbar.“
(Kol 3:15, Spr 31:28, 29)

Demut, nicht schnell beleidigt sein
„indem ihr nichts aus Streitsucht oder aus Ichsucht tut, sondern in Demut die anderen höher achtet als euch selbst“
(Phil 2:3, Pred 7:9)

Güte, Mitgefühl, bereitwillig verzeihen
Eines Menschen Einsicht verlangsamt sicherlich seinen Zorn, und es ist für ihn etwas Schönes, Übertretung zu übergehen.“
(Spr 19:11, Eph 4:26, Röm 3:23, Eph 4:32)

Fest zu seinem Partner und seiner Ehe stehen
„Und die zwei werden e i n Fleisch sein. Was also Gott zusammengejocht hat, bringe kein Mensch auseinander.“
(Mat 19:4-6, 5:28, 1.Tim 5:8, Eph 5:22-24)

Selbstlosigkeit stärkt die Bindung
„Die Frucht des Geistes: Liebe, Freude, Frieden, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Glauben, Milde, Selbstbeherrschung.“
(Gal 5:22, 23, Phil 2:4, Kol 3:14)

Sich für den Ehepartner Zeit nehmen
„Ebenso sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen zu lieben wie ihre eigenen Leiber.“
(Eph 5:28, 29)

Humor und Entspannung nicht vergessen
„… sich zu freuen und zeitlebens Gutes zu tun, … essen und trinken und Gutes sehen für all seine harte Arbeit. Es ist die Gabe Gottes.“
(Pred 3: 12, 13, Spr 21:19)





Lösung:

erstellt mit:




Was sich auch immer gut in Hochzeits-Zeitungen macht sind die Kennenlern-Geschichte, oder generell ein kurzer Überblick über den Werdegang von Braut und Bräutigam, thematisch passende Gedichte (nicht zu viel, nicht allzu schnulzig, vielleicht sogar eher amüsant), ABC für eine glückliche Ehe, was Ehepaare studiert haben sollten (z.B. Bergbau, um die verborgensten Wünsche ihres Partners erforschen zu können), Anklageliste (Herzensdiebstahl, etc.), ein Psycho-Test (z.B. "Wie romantisch bist du?"), humorvolle Pseudo-Tests (wie "Seid ihr bereit für Kinder"), ein Labyrinth wo man den beiden quasi "helfen" kann "zueinander zu finden", User- und Admin-Guide für die Ehe, lustige Aussprüche oder Anektoden aus dem bisherigen Leben von Braut und Bräutigam, unnützes (romantisches) Wissen (z.B. weshalb Dornröschen eigentlich Stachelröschen heißen müsste), Zitate und kurze Comics rund um Liebe und Ehe, einen kurzen comicartigen Eheratgeber der Parallelen zwischen den jeweiligen Hobbies des Brautpaares und der Ehe zieht, und vieles mehr.


Wenn ich sie noch einmal schreiben könnte, würde ich unsere Hochzeitszeitung mit größeren, farbigen Fotos und Zeichnungen versehen und noch ein paar inhaltliche Details ändern.
So würde ich wohl auch eine Kritzelblock-Zeichnung, ein paar Achtsamkeits-Tipps, Ayurveda-Tipps und ein, zwei einfache vegane Rezepte einfließen lassen, die sich leicht festlich anrichten lassen, und bei denen man dann an uns denken kann, wenn man sie nachkocht.
So hätten auch die Single-Gäste etwas Gutes, das sie für ihr Leben mitnehmen können.


Und selbst bei einer traditionellen Hochzeit würde ich kein dickes Album mehr auslegen, das durchgereicht wird, damit die Gäste sich eintragen können. Stattdessen würde ich einzelne gelochte Blätter auslegen, und sie später in einem Ordner zusammen ablegen. So könnte es nicht passieren, dass ein paar Gäste das Album lange Zeit nicht mehr weiterreichen wollen, und jeder der will könnte sich eintragen.
Vielleicht würde ich sogar ein paar Blätter mit vorgegebenen Fragen, oder mit Kritzelbildern, etc. auslegen, damit auch Gäste, die sich nicht als kreativ empfinden, Anteil am Album bzw. Ordner haben könnten.


Und... ich würde mir mein Kleid wahrscheinlich selbst nähen und häkeln, damit es perfekt sitzt und einzigartig ist.


Alles Gute und einen schönen Tag!
Dietlind

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